{"id":869,"date":"2011-02-04T23:08:29","date_gmt":"2011-02-04T21:08:29","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.staffler.net\/?p=869"},"modified":"2011-02-20T12:24:42","modified_gmt":"2011-02-20T10:24:42","slug":"new-york-5-tag-montag-13-12-2010","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/blog.staffler.net\/?p=869","title":{"rendered":"New York, 5.Tag, Montag 13.12.2010"},"content":{"rendered":"<p>[picasaView album=&#8217;NYC05&#8242; directview] Der sehr frische und knackige Morgen startete diesmal wieder in unserer bevorzugten Fr\u00fchst\u00fccksoase Ottomanelli gegen\u00fcber des Amsterdamer Gourmet-Tempels. Die Dienstleister hinter dem Tresen, die sich noch schlechter und undeutlicher der englischen Sprache bedienten als wir, waren inzwischen gut gebrieft von den komischen Fr\u00fchst\u00fcckssitten der alten Welt aus Europa.<br \>\nMutiger geworden, erlaubte ich mir zwei Croissants und eine Portion Marmelade (( der radebrechende Dienstleister sagte \u201cJelly\u201d dazu )) zu bestellen. Das Ergebnis kam meinem Wunsch schon fast sehr nahe: Ich bekam zwei Croissants und noch ein drittes Croissant, dies allerdings aufgeschnitten und mit Marmelade gef\u00fcllt. <!--more--> Egal, der frisch gepresste Orangensaft und der getoastete Bagel schmeckten vorz\u00fcglich und die leichten Verst\u00e4ndigungsprobleme waren sofort gegessen. Nachdem wir die Papierreste, Plaste-Besteck und Papp-Becher in den Eimer geschmissen hatten, wollten wir die Tabletts wieder zur\u00fcckstellen. Mit einer verachtenden Geste bedeutete man uns, dass wir wirklich alles und besonders sehr gerne auch das Tablett in den Schlund des Eimers stopfen sollten. Ob da jetzt im Keller unterbezahlte Arbeitskr\u00e4fte die Tabletts wieder aussortieren und in den Kreislauf wieder eingliedern, kann ich jetzt nicht sagen, aber da in meiner Erinnerung die Oberfl\u00e4chen nicht mehr ganz neuwertig waren, k\u00f6nnte das durchaus der Fall sein.<br \>\nWir stiegen wieder hinab in die Subway und fuhren mit 1er Linie zur Haltestelle Cortlandt Street\/West Broadway, doch die war TEMPORARILY CLOSED. Also mussten wir weiter zur Rector Street fahren und gingen von dort an der Trinity Church vorbei zur Wallstreet. Bis zum Ground Zero war es nicht mehr weit, es ging vorbei an alten B\u00fcrohochh\u00e4usern und ein gesch\u00e4ftiger Baul\u00e4rm begann sich langsam aus dem Hintergrund immer mehr in den Vordergrund zu dr\u00e4ngen. Es empfing uns ein metallisches H\u00e4mmern und Klopfen untermalt vom elektrischen Gesurre der Baukr\u00e4ne und als hallendes Echo von den umstehenden Hochh\u00e4usern wieder zur\u00fcckgeworfen und verst\u00e4rkt. Der komplette Ground Zero war ums\u00e4umt von Bauz\u00e4unen und beh\u00e4ngt durch bedruckte Planen, die das unansehnliche Loch vor neugierigen Blicken sch\u00fctzen sollten. (( <a href=\"http:\/\/www.wtc.com\">http:\/\/www.wtc.com<\/a> )).  Der 1WTC, ehemals Freedom Tower genannte gr\u00f6\u00dfte Turm des neuen World Trade Centers, war schon fast bis zur H\u00e4lfte hochgezogen und spiegelte sich in der Fassade des 7WTC. Es ging kurz ins Kaufhaus Century 21 (( <a href=\"http:\/\/www.c21stores.com\/location_manhattan.html\">http:\/\/www.c21stores.com\/location_manhattan.html<\/a> )) wo wir sehr notgedrungen einen Ort suchten um unsere Notdurft zu verrichten. Die Angestellten schienen selbst nicht so genau zu wissen, wo die Nasszellen waren und schickten uns mal in den ersten Stock, dann wieder ins Basement, und dort wieder von einer Ecke in die andere. Entweder wollte man uns keine Erleichterung g\u00f6nnen oder man wollte sicher den Kunden zielgerichtet an allen m\u00f6glichen W\u00fchltischen vorbeilotsen. Man bekommt dort  Markenklamotten, aber daf\u00fcr mit unangenehmer W\u00fchltischatmosph\u00e4re begleitet von ruppigem K\u00f6rperkontakt untermalt von vielen \u201cexcuse me\u201d. was uns veranlasste sofort diesen Tempel der Marktwirtschaft genervt zu verlassen.<br \>\n<figure id=\"attachment_890\" aria-describedby=\"caption-attachment-890\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/blog.staffler.net\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/P1030392-1.jpg\" rel=\"lightbox[869]\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/blog.staffler.net\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/P1030392-1-300x225.jpg\" alt=\"Brooklyn Bridge\" title=\"Brooklyn width =\"300\" height=\"225\" class=\"size-medium wp-image-890\" srcset =\"http:\/\/blog.staffler.net\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/P1030392-1-300x225.jpg 300w, http:\><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-890\" class=\"wp-caption-text\">Brooklyn Bridge vom East River aus gesehen<\/figcaption><\/figure>Es ging dann weiter zur Brooklyn Bridge, deren Stahltr\u00e4ger momentan ab der H\u00e4lfte in Richtung Brookly eingehaust waren. Also gingen wir nur bis zur Mitte, genossen den frostigen Ausblick und lie\u00dfen uns von den vielen abgespannten Stahlseilen beeindrucken, die spaghettigleich aus den Halterungen quollen.<br \>\nWir bestaunten wir noch die geschwungene, gedrehte Fassade des faszinierenden Beekman-Towers, links der Br\u00fccke, entworfen von Frank Gehry ((<a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/0,1518,746246,00.html\">Spiegel Online, 18.02.2011 \u00fcber Frank Gehry und den Tower<\/a> )), und gingen bei schneidig kaltem Wind weiter nach rechts in Richtung China Town. Pl\u00f6tzlich \u00e4nderte sich wieder das Stadtbild und irgendwie hatte man das Gef\u00fchl, pl\u00f6tzlich um 20cm gewachsen zu sein. Das lag eindeutig an den vielen Asiaten die sich pl\u00f6tzlich um uns herum wie Ameisen tummelten und das Gef\u00fchl vermittelten, eher in China als in Manhattan zu sein. Die skuril anmutenden aufgespannten Entenk\u00f6rper in der Auslage, f\u00fcr mich irgendwie sehr irritierend, luden den gemeinen Asiaten in die verschiedenen Lokale zum Essen ein. Da ich diese Insel-Gesellschaft auf Manhattan, ihre Regeln, Gebr\u00e4uche und Gesetze nicht kenne, will ich mir aber nicht anma\u00dfen, dar\u00fcber zu urteilen, und wir beschlossen, trotz der sehr chinesischen Schaufensterdekoration ein Lokal anzutesten, zumal wir inzwischen auch gut hungrig waren. Klaus erz\u00e4hlte, dass er sowas in Thailand gegessen h\u00e4tte, und \u00fcbernahm den Bestellvorgang, an den ich mich einfach mit \u201cme to\u201d anh\u00e4ngte. \u201cWird scho passen\u201d dachte ich mir, als ich lautes Gehacke von der Theke h\u00f6rte und prompt auch sogleich zwei Teller mit gro\u00dfen Reishaufen und zerhackter Ente darauf auf unseren Tisch kamen. Die Suppe vorher schmeckte irgendwie \u201cnierig\u201d wenn man sich vorstellen kann, dass die Niere schlecht gesp\u00fclt wurde. Die Ente schmeckte vorz\u00fcglich, doch ein spitzer Knochen, der sich pl\u00f6tzlich im Mund querstellte, gemahnte zur Vorsicht mit der Benutzung der Kaumuskulatur. Eigentlich waren fast nur Knochen im Mund und mir wurde klar, dass die Ente nicht ausgel\u00f6st wurde, sondern komplett mit den Knochen zerhackt auf den Reisteller kam. Irgendwie fehlte mir die Technik mit so speziellen Speisen umzugehen, und die Ausbeute von verwertbarem Fleisch fiel sehr gering aus, was sich als \u201cabgekaute\u201d Knochenreste so auf dem Teller zwischen dem Reis endlagerte war nicht wirklich ansehlich, aber immerhin machte der Anblick schlagartig satt, oder gab eher das Signal an den Magen -> Stop! Gut, f\u00fcr 4$ waren wir zumindest optisch sehr ges\u00e4ttigt und der Magen knurrte nicht mehr, egal aus welchem Grund auch immer.<br \>\nDas n\u00e4chste Ziel war das Flat Iron Building, dieses sehr spitz zulaufende Hochhaus an der Ecke 5th Avenue und Broadway sieht in natura, wenn man davor steht einfach noch unwirklicher und extremer aus, als es auf den Bildern je erscheinen kann. Wie eine riesige schmale Kulissenwand ragt die Fassade vor einem hoch und man vermutete auch schon fast die r\u00fcckw\u00e4rtigen Streben des Holzverbaues, wenn man an der schmalen Front ums Eck geht. Als eines der \u00e4ltesten Hochh\u00e4user Manhattans prophezeiten Fachleute schon bald ein Umkippen, ob des schmalen Grundrisses und der auftretenden Winde zwischen den engen Strassen.<br \>\nWir gingen weiter den Broadway entlang bis zur Ecke 34. Strasse zum Herald Square, und statteten dem Macy\u2019s einen Besuch ab, dem gr\u00f6\u00dften Kaufhaus der Welt (( so sagt es die Werbung )) Dort bestaunten wir eine sehr alte Rolltreppe aus Holz, gebaut 1927. <figure id=\"attachment_886\" aria-describedby=\"caption-attachment-886\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/blog.staffler.net\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Macys-Rolltreppe.jpg\" rel=\"lightbox[869]\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/blog.staffler.net\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Macys-Rolltreppe-300x211.jpg\" alt=\"Rolltreppe bei MACY&#039;S (c) Stern.de\" title=\"Macys-Rolltreppe width =\"300\" height =\"211\" class=\"size-medium wp-image-886\" srcset=\"http:\/\/blog.staffler.net\/wp-content\/uploads\/2011\/02\/Macys-Rolltreppe-300x211.jpg 300w, http:\><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-886\" class=\"wp-caption-text\">Rolltreppe bei MACY'S, Baujahr 1927 (c) Stern.de<\/figcaption><\/figure>  Das Macy\u2019s ist ein Kaufhaus mit dem typischen klassischen Layout der alten ehrenwerten Kaufh\u00e4user aus dem fr\u00fchen letzten Jahrhundert: Stockwerke, mit nicht zu hohen Decken, und mit Verkaufsquadern der verschiedenen G\u00fcter. Eigentlich nicht sehr hell und freundlich und sehr un\u00fcbersichtlich, genauso wie das erneute Auffinden der Restrooms. Wir liefen noch ca. 10 Blocks weiter bis zum Times Square und beschlossen diesmal unser Gl\u00fcck mit dem Steak-Haus, wo uns am Samstag eine 30m lange Menschenschlange (( It\u2019s worth every Minute )) davon abhielt, die kulinarischen Erg\u00fcsse zu testen. Hier fehlt was  Wir bekamen dann auch gleich einen Platz zugewiesen und tranken frisches Budweiser vom Fass, was uns aus eisbecherartigen riesigen dickwandigen Plastikbechern kredenzt wurde. Auf meine Bemerkung hin, dass man in Deutschland aus solchen Bechern Eis serviert bekommt, lachte die Bedienung wissend und meinte dass es hier eben anders w\u00e4re, und das Bier am Oktoberfest eh besser w\u00e4re. Wir lie\u00dfen uns zu Startern (( http:\/\/dallasbbq.com\/starters )) , also Vorspeisen \u00fcberreden und ich entschied mich f\u00fcr ein NY Cut Sirloin Steak (( http:\/\/dallasbbq.com\/steak )) . Die Bedienung schaute uns ungl\u00e4ubig an, als wir meinten, dass das alles sei und zog verwundert von dannen. Als wir die Nachbarstische so beobachteten, wurde uns der kritische Blick der Bedienung allerdings klar. Neben jedem Tisch wurde ein Beistelltischchen gestellt worauf man Riesenteller mit Bergen vom Pommes, Burgern, Wings, Spare-Rips stellte, da auf dem Tisch kein Platz gewesen w\u00e4re. Dann stopften sich unsere Nachbarn ziemlich widerlich die Teile irgendwie in die Kauleiste, lasen nebenbei in ihrem Smartphone; Essensst\u00fccke die auf dem Boden kullerten h\u00e4tten ganze Rudel von Hunden ern\u00e4hrt.<br \>\nNach dem Verlassen des Tisches tanzte umgehend eine ganze Putz-Brigade an und wischte ganz flink das Hundefutter vom Boden und den restlichen hinterlassenen Schweinetrog wieder sauber. Nach nicht einmal zwei Minuten wurden bereits die n\u00e4chsten G\u00e4ste zum inzwischen wieder \u201csauberen\u201d Tisch geleitet. Mein 300 Gramm Sirloin Steak war dann auch beerdigt unter einem Berg von Pommes und auch ausreichend gro\u00df f\u00fcr mich. Wir beeilten uns dann und ich beschlo\u00df den Nachtisch beim Cold Stone (( http:\/\/www.coldstonecreamery.com\/icecream\/signature_creations.html )) nebenan zu kaufen, wie man mir im Steakhaus empfahl.<br \>\nIn diesem Eis-Salon konnte man sich eine Portion Eis ausw\u00e4hlen, wobei die kleinste Portion etwa drei prallen Kugeln bei uns entspricht. Dieses Eis wird dann auf einer kalten Steinplatte, mit w\u00e4hlbaren frischen Zutaten vermischt. Zur Auswahl standen Bananenst\u00fccke, verschiedene Beerensorten, N\u00fcsse und andere Fr\u00fcchte. Oder man greift auf fertige Kompositionen zur\u00fcck, was den Vorgang deutlich beschleunigte, da der schiere Sortenreichtum einfach \u00fcberw\u00e4ltigend ist.<\/p>\n<p>Mit satten M\u00e4gen spazierten wir wieder zur Subway und fuhren zu unserer Home-Base um noch ums Eck bei La Grolla einen leckeren Espresso mit perfekter Crema aus diesmal sehr gerne dickwandigen kleinen Tassen als Betthupferl zu genie\u00dfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[picasaView album=&#8217;NYC05&#8242; directview] Der sehr frische und knackige Morgen startete diesmal wieder in unserer bevorzugten Fr\u00fchst\u00fccksoase Ottomanelli gegen\u00fcber des Amsterdamer Gourmet-Tempels. Die Dienstleister hinter dem Tresen, die sich noch schlechter und undeutlicher der englischen Sprache bedienten als wir, waren inzwischen gut gebrieft von den komischen Fr\u00fchst\u00fcckssitten der alten Welt aus Europa. 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